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Hauptsache Sauerstoff? 

Wie Atmung das Gesicht formt.

Wenn ihr euch mal bewusst umschaut, werdet ihr eines feststellen: Viele

Menschen – und vor allem viele Kinder – haben ständig den Mund offen. Das ist nicht nur optisch unschön – denn während die Nasenatmung die Luft filtert, anfeuchtet und aufwärmt, lässt die Mundatmung kalte, trockene und ungefilterte Luft in die Lunge strömen. Das hat Folgen. Kinder, die überwiegend durch den Mund atmen, leiden häufiger unter Mandel- , Mittelohr- und Nebenhöhlenentzündungen, Karies, Schnarchen, Knirschen, Konzentrationsschwächen, verminderter Leistungsfähigkeit und Unausgeglichenheit. Gerade die letzteren Punkte weisen auf eine interessante Kombination hin: oftmals wird ADHS diagnostiziert, wo doch das Kind schlichtweg Mundatmer ist.

Ein weiterer großer Schaden geschieht im Gesicht: Wenn Kinder über den Mund atmen, bleibt dieser ständig leicht geöffnet, die Zunge liegt nicht mehr am Gaumen und der Unterkiefer sinkt ab. Dies verändert langfristig das Wachstumsmuster von Gesicht und Kiefer.

Mehrere Studien, unter anderem die vielzitierte Arbeit von Harvold et al. („PrimateExperiments on Oral Respiration“), zeigten, dass chronische Mundatmung zu einer verlängerten Gesichtsform, engem Oberkiefer, Zahnengstand und rückliegendem Kinn führen kann. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Entwicklung: Die Zunge kann ihre Rolle als „natürlicher Erweiterer“ des Oberkiefers nicht mehr erfüllen, und die Nasenwege verengen sich zunehmend. Ein Kind, das früh und dauerhaft durch den Mund atmet, hat ein fast garantiertes Risiko, später eine Zahnspange zu benötigen.

Hier setzt die Dentosophie an: Im Mittelpunkt steht das Umlernen grundlegender Mund- und Gesichtsfunktionen – also das bewusste Reaktivieren von Atmen, Kauen, Schlucken und der richtigen Zungenlage. Durch gezielte Übungen wird die natürliche Balance zwischen Zunge, Lippen, Kiefer und Atemmuskulatur wiederhergestellt. Dieses funktionelle Wieder-Erlernen ermöglicht es dem Körper, sich selbst zu regulieren: Die Nasenatmung wird leichter, die Gesichtsentwicklung harmonischer, die Zähne bekommen genug Raum. So entsteht Schritt für Schritt eine neue, physiologische Harmonie zwischen Form, Funktion und Atmung.

iele Eltern berichten, dass ihre Kinder im Verlauf einer dentosophischen Behandlung ruhiger, aufmerksamer und ausgeglichener werden. Was als kieferorthopädische Maßnahme beginnt, entfaltet damit oft eine erstaunlich ganzheitliche Wirkung: Atmen, Kauen und Schlucken sind das Tor zur gesunden Entwicklung und die Balance von Körper, Geist und Wachstum – nicht nur bei Kindern.

Infos: ​HP Monika Pöhlmann

Lohtorstr. 24, Heilbronn

Tel.: 0177-2462030

www.osteo-natura.de

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