Familienhandwerk, das man schmeckt
Jeder kennt das Besenbrot – es gehört zum schwäbischen Vesper wie der Wein zum Besen. Kaum jemand weiß jedoch, dass dieses rustikale Brot seinen Ursprung direkt in unserer Region hat, nämlich in Erlenbach. Erfunden wurde es von Bäckermeister Alois Förch, der mit seiner Rezeptur ein Brot schuf, das bis heute seinesgleichen sucht.
Noch immer wird das aromatische Besenbrot in der Familienbäckerei Förch in Erlenbach nach der Originalrezeptur gebacken – selbstverständlich ohne Zusatzstoffe oder Backmischungen, dafür mit 100 Prozent natürlichen Zutaten und Mehl aus der Region. Ein besonders wichtiger Faktor für die Qualität des Brotes ist die lange Teigruhe: Durch die sorgfältige Ruhezeit entfaltet sich das volle Aroma, und das Besenbrot erhält seinen unverwechselbaren, vollen Geschmack.
Wie das Besenbrot zu seinem Namen kam, erklärt Marlies Füger, Ur-Ur-Enkelin des Erfinders: „Das Bauernbrot mit der kernigen Kruste meines Ur-Ur-Opas war über die Maßen beliebt und wurde in allen Besenwirtschaften im Ort angeboten. Bald kamen die Kunden mit dem Wunsch nach dem ›Brot aus dem Besen‹. Irgendwann tauften meine Eltern das Bauernbrot einfach Besenbrot.“
Mit diesem Brot ist die Familienbäckerei Förch bis heute – inzwischen in fünfter Generation – in aller Munde. „Wir verschicken es sogar bis nach Berlin und München, damit Menschen, die ursprünglich aus unserer Region stammen, ein Stück Heimat genießen können“, erzählt Marlies Füger, die gemeinsam mit ihren Geschwistern und deren Partnern die Bäckerei der Eltern weiterführt.
Heute setzt die Nachfolgegeneration die Familienbäckerei mit derselben Leidenschaft fort – und legt dabei besonderen Wert auf regionale Zutaten und natürliche Rezepturen ohne Zusatzstoffe. „Backen ohne Backmischung ist echte Handwerkskunst“, weiß Marlies Füger. „Es erfordert Erfahrung, Feingefühl und ein gutes Gespür für jeden einzelnen Teig. Denn wir verzichten bewusst auf Stabilisatoren – und müssen gleichzeitig Schwankungen in Luftfeuchtigkeit, Mehlbeschaffenheit, Teigruhe, Temperatur im Backraum und im Ofen ausgleichen. Jedes Brot ist daher ein kleines Meisterwerk, das mit Können, Geduld und Liebe zum Detail entsteht.“
Bereits in der fünften Generation bezieht die Bäckerei ihr Mehl aus der im Jagsttal gelegenen Jesser-Mühle, um hohe Qualität zu gewährleisten und Betriebe in der Region zu unterstützen. Auch beim Obst setzt der Familienbetrieb auf Regionalität und bezieht es für die Konditorei von Früchtebauern aus der Nachbarschaft.
„Im Gegensatz zu den meisten verwenden wir kein Flüssigei, sondern echte Eier vom Kornhof Buyer aus Brackenheim-Botenheim – also um die Ecke. Familie Buyer achtet auf artgerechte Tierhaltung, sodass die Hühner draußen frei bewegen, fressen und trinken können. Wir wollen genau wissen, woher unsere Produkte kommen und legen Wert auf kurze Transportwege. Unser Ziel ist es, so viele Produkte wie möglich clean, sprich ohne Zusatz- und Konservierungsstoffe, nachhaltig und regional einzukaufen“, sagt Marlies Füger, Mutter zweier Kinder.

Auch wenn die Eltern aus dem Familienunternehmen ausgeschieden sind, stehen sie dem jungen Nachfolgerteam weiterhin beratend zur Seite – jeden Mittag beim gemeinsamen Essen. „Unsere ganze Familie trifft sich am langen Tisch bei meinen Eltern zum Mittagessen. Dabei tauschen wir uns aus, beratschlagen und genießen das leckere Essen meines Vaters, der jetzt seine Kochkünste statt seiner Backkünste ausleben kann“, lacht Marlies Füger, die den Familienzusammenhalt sehr schätzt.
Für alle Filialen werden sämtliche Backwaren weiterhin in der Stammbäckerei in Erlenbach hergestellt – dem Ort, an dem die Familienbäckerei ihre Wurzeln hat und in dem auch das traditionelle Besenbrot seinen Ursprung hat. „Auch wenn wir hier nahezu aus allen Nähten platzen“, lacht die Ururenkelin, die erwähnt, dass die Arbeitszeiten etwas humaner sind als früher. „Bei uns wird nicht ganz so früh aufgestanden wie damals, denn sonst hätten wir heute kaum noch qualifiziertes Personal“, erklärt sie. „Wir wollen, dass unsere Mitarbeitenden gerne hier arbeiten und lange bleiben – nur so können wir die hohe Qualität und die handwerkliche Tradition unserer Backwaren sichern.“

In der Stammbäckerei in Erlenbach wird nicht nur gebacken und Backwaren verkauft – hier kann man auch in angenehmer Atmosphäre frühstücken. Ob schwäbisches Frühstück mit Brezel und Kaffee, Omelette mit verschiedenen Zutaten oder hausgemachtes Birchermüsli mit frischen Früchten – für jeden Geschmack ist etwas dabei. Zum Mittagstisch bietet die Bäckerei eine abwechslungsreiche Auswahl: frische Salate mit verschiedenen Toppings, Omelett, Käsespätzle und ganz neu:
Avocadotoast auf frisch geröstetem Dinkeltoast. Pizzafans kommen donnerstags auf ihre Kosten: Die beliebte Pizzatradition, die bereits die Eltern eingeführt haben, wird heute von der jungen Generation mit derselben Begeisterung weitergeführt.
In der Backstube der Bäckerei Förch können Kinder zu besonderen Anlässen wie Weihnachten und Ostern selbst Hand anlegen, was auf besonders große Resonanz stößt. Dann wird gemeinsam gebacken, geknetet und verziert, was nicht nur Spaß macht, sondern auch die Freude am Handwerk vermittelt.
Die Bäckerei Förch steht für Familienhandwerk, natürliche Zutaten, Regionalität und handgemachter Genuss und das mit Leidenschaft und Herzblut über fünf Generationen hinweg.
Infos:
Bäckerei Förch, Hauptstraße 11
Erlenbach, Tel.: 07132/951100


