Entdecken & Erleben: Familienzeit in Neckarsulm
Besondere Erlebnisse für Kinder und Familien, Kreativität und kulturelle Bildung und vieles mehr zu bündeln – dafür steht Zappelino seit nunmehr 25 Jahren. Genau diese Werte spiegeln auch die Museen in Neckarsulm als Orte des Entdeckens, Mitmachens und gemeinsamen Erlebens wider. Ich freue mich heute auf ein Gespräch mit Natalie Scheerle-Walz, Leiterin des Deutschen Zweirad- und NSU Museums sowie des Stadtmuseums, die mit ihrem Team in zwei Häusern die Geschichte lebendig macht und seit vielen Jahren eng mit Zappelino verbunden ist. Sie leitet gleich zwei Museen mit sehr unterschiedlichen Schwerpunkten.
Liebe Natalie, was macht für dich den besonderen Reiz des Deutschen Zweirad- und NSU Museums und des Stadtmuseums aus?
Das Spannende an meiner Arbeit ist, dass wir mit beiden Häusern unterschiedliche Bereiche ansprechen: Zum einen eine Familienmitmach- und Grundschulkinder-Ausstellung im Stadtmuseum, die wir komplett selbst und mit viel Herzblut kuratieren. Sowohl die Idee als auch die Umsetzung stammen von uns – und das, obwohl wir nur ein kleines Team sind. Bei der Realisierung werden wir von einem Grafikbüro unterstützt.
Im etwas größeren Zweiradmuseum fällt eher die Technikgeschichte in meinen Verantwortungsbereich, da ich unter anderem ursprünglich Technikgeschichte studiert habe. Wir bieten für Kinder und Jugendliche ein Schulklassenprogramm an, ergänzend zur Fahrradprüfung in der 4. Klasse. Dabei arbeiten wir im Bereich Prävention mit der Polizei Heilbronn zusammen und sprechen Schulklassen im Umkreis von 50 Kilometern an. Darüber hinaus stößt unsere Erlebnisführung „Tresore knacken wie Indiana Jones!“ auf große Resonanz. Denn was gibt es Spannenderes, als – ausgestattet mit speziellen Handschuhen, unter fachkundiger Anleitung und mit viel Fingerspitzengefühl, Geschick und Fantasie – die geheimen Mechanismen alter Truhen und Schlösser zu entschlüsseln? Das ist für Familien ein absolut spannendes Erlebnis.
Unser Fokus liegt in beiden Häusern darauf, dass Familien mit Kindern Spaß haben.

Welche Zielgruppen möchtest du mit den aktuellen Ausstellungen im Stadtmuseum ansprechen?
Unsere Ausstellungen sind in der Regel für Grundschulkinder konzipiert, denn eine Voraussetzung ist Lesekompetenz. Da wir wahrnehmen, dass viele Kinder sehr viel Kontakt zu digitalen Medien haben, arbeiten wir bewusst nicht digital. Stattdessen möchten wir, dass Familien mit Kindern unsere Ausstellungen analog besuchen und – ausgerüstet mit einem Quizheft – an den einzelnen Stationen Fragen beantworten können.
Gibt es aktuelle oder kommende Ausstellungen oder Projekte, auf die du besonders stolz bist?
Auf alle, da wir diese immer mit viel Herzblut und Hingabe konzipieren. Das Besondere an unseren Ausstellungen ist, dass wir – bis auf eine – alle Ausstellungen im Anschluss verkauft haben, was für ein so kleines Museum wie unseres sehr ungewöhnlich ist. So ist unsere Märchenausstellung im nördlichsten Teil Deutschlands zu sehen, nämlich in Schloss Glücksburg, nördlich von Flensburg. Und unsere Mittelalterstadt-Ausstellung konnten wir an unsere Partnerstadt Zschopau verkaufen, was uns sehr freut, da unsere Ausstellungen so weiterleben.
In der aktuellen Ausstellung stehen die Blaulichtberufe, die ja bekanntlich vor allem bei jüngeren Kindern sehr hoch im Kurs stehen. Wie kam es dazu?
Zum einen in Anlehnung an den Bildungsplan der Grundschule und zum anderen, weil wir hier in Neckarsulm eine extrem starke Freiwillige Feuerwehr haben und ohnehin mit der Polizei im Rahmen der Fahrradprüfung kooperieren. Gemeinsam mit der Polizei, der Freiwilligen Feuerwehr und dem Technischen Hilfswerk haben wir die Ausstellung erarbeitet.
Welche Möglichkeiten haben die Kinder hier in Sachen Interaktion?
Wir haben in der Blaulichtausstellung über 20 Bereiche, in denen die Kinder aktiv werden können. Sie dürfen Türchen und Klappen öffnen, Schläuche anschließen und die einzelnen Stationen selbst erfahren, da die Ausstellung als begehbare Bilderbuchwelt konzipiert ist und sie dadurch selbst zu kleinen Entdeckern werden.
Wie ist die Resonanz auf die Ausstellung?
Brutal! Sie rennen uns die Bude ein! Wir sind immer ausgebucht! Wir haben das große Glück einer großzügigen Förderung der Schwarz-Stiftung, so können wir über 100 Schulklassen eine große Ermäßigung anbieten.

Ist denn bereits die nächste Ausstellung in Planung?
Ja, wir sind bereits jetzt schon dabei, eine Ausstellung zum Thema Klima und Wetter zu konzipieren, die ab 2027 zu sehen sein wird und sich am Bildungsplan der Grundschule orientiert. So können Pädagoginnen und Pädagogen den Museumsbesuch als Baustein begleitend zu ihrem Unterricht nutzen.
Wie ist die Zusammenarbeit zwischen den Museen und Zappelino entstanden – und was macht diese Kooperation für dich besonders?
Wir arbeiten tatsächlich seit über 20 Jahren zusammen! Für mich ist Zappelino – auch als Mutter einer inzwischen erwachsenen Tochter – DAS Medium hier in der Region. Wenn man etwas Vernünftiges mit seinem Kind unternehmen möchte, schaut man in den Zappelino. Ich finde es erstaunlich, dass neben dem Zappelino nichts Vergleichbares entstanden ist, was bedeutet, dass der Zappelino so gut und so perfekt ist, dass es niemanden braucht, der eine Lücke schließt. Von daher ist das einfach super. Außerdem schätze ich deine Geduld, wenn du zum zehnten Mal anrufen musst, weil ich nicht rechtzeitig die Anzeige liefere … (lacht herzlich)
Darüber hinaus ist es mir wichtig, dass der Zappelino nach wie vor als Printausgabe erscheint. Denn wie schnell scrollt man über Berichte oder Anzeigen hinweg – auf Papier nimmt man Inhalte tatsächlich viel bewusster wahr.
Was wünschst du dir für die Zukunft der Zusammenarbeit zwischen Zappelino und den Museen?
Es muss so unendlich weitergehen!


