, ,

H2Oho! – Eine Entdeckungsreise durch die faszinierende Welt des Wassers

Wasser ist in unserer Region so selbstverständlich wie das tägliche Brot. Viel zu selten machen wir uns beim Duschen, beim Waschen von Obst und Gemüse oder beim Garten gießen Gedanken darüber, dass wir es mit einer Ressource zu tun haben, die mehr Aufmerksamkeit verdient. Wasser begleitet uns jeden Tag – und doch wissen wir über dieses faszinierende Element oft erstaunlich wenig. Dabei ist Wasser weit mehr als ein Durstlöscher oder Freizeitspaß – es ist die Grundlage allen Lebens. Genau dafür möchte die neue Sonderausstellung „H2O – Heilbronn entdeckt das Wasser“ in den Städtischen Museen Heilbronn sensibilisieren. „Ohne erhobenen Zeigefinger“, wie Birgit Hummler, Kuratorin und stellvertretende Museumsleiterin erwähnt. „Wir möchten kein Schreckensszenario aufzeigen, sondern zu einem bewussten Umgang mit der lebenswichtigen Ressource anregen und bewusst machen, dass jeder seinen Teil dazu beitragen kann.“

Die Ausstellung ist bis zum 14. März zu sehen und lädt kleine wie große Besucherinnen und Besucher dazu ein, Wasser neu zu entdecken. Mit ihrer interaktiven und leicht zugänglichen Gestaltung schafft sie Räume zum Staunen, Mitmachen und Nachdenken.

Gleich zu Beginn tauchen die Besucherinnen und Besucher in die faszinierende Welt des Wassers ein. Ein beeindruckender Projektionsraum mit großflächigen Videoinstallationen macht die Kraft und Vielseitigkeit des Elements auf eindrucksvolle Weise erlebbar. Tosende Stürme, sintflutartige Regenfälle und mächtige Wellen stehen Bildern von ausgetrockneten Landschaften und Dürren gegenüber.

Nach diesem eindrucksvollen Auftakt führt der Weg weiter in Neptuns Reich. Der in schimmernden Blautönen gestaltete Raum vermittelt das Gefühl, in eine geheimnisvolle Unterwasserwelt einzutauchen. An den Wänden begegnen den Besucherinnen und Besuchern Zitate über das Wasser aus verschiedenen Kulturen und in unterschiedlichen Sprachen – ein Zeichen dafür, welche Bedeutung dieses Element den Menschen weltweit seit jeher besitzt. Gleichzeitig lädt der Ausstellungsbereich dazu ein, den Mythen und Geschichten rund um das Wasser nachzuspüren. Ob als Lebensspender, Quelle der Inspiration oder geheimnisvolle Macht – Wasser spielt seit Jahrtausenden in Religionen, Sagen und Kulturen eine besondere Rolle.

Mitmachen ist dabei ausdrücklich erwünscht – und zwar für Groß und Klein. An einer interaktiven Station lässt sich auf mit unterschiedlich gefärbtem Wasser gefüllten Glasgefäßen das bekannte Kinderlied „Fünf kleine Fische“ spielen. So wird Wasser auf spielerische Weise nicht nur sichtbar und fühlbar, sondern sogar hörbar.

Im nächsten Ausstellungsbereich mit dem Titel „Wasser als Landschaftsgestalter“ geht es auf spannende Entdeckungsreise durch die Natur. Wie formt Wasser über Jahrtausende hinweg unsere Landschaft? Wie entstehen Täler, Flüsse und Seen? Und was verbirgt sich eigentlich hinter dem Begriff Grundwasser?

Die Reise durch die Welt des Wassers führt schließlich auch zu der Frage, welche Rolle wir selbst im Umgang mit dieser wertvollen Ressource spielen. Denn Wasser begleitet uns nicht nur in der Natur, sondern ist auch ein selbstverständlicher Bestandteil unseres Alltags. Besonders anschaulich wird unser Wasserverbrauch im nächsten Ausstellungsbereich mithilfe gestapelter Wasserkanister dargestellt. Sie verdeutlichen, dass jeder Mensch in Deutschland täglich durchschnittlich etwa 120 bis 130 Liter Wasser direkt verbraucht – beispielsweise beim Duschen, Händewaschen oder für die Toilettenspülung.

„Doch diese Zahl zeigt nur einen Teil der Wahrheit: Nicht berücksichtigt ist das sogenannte virtuelle Wasser – also jene Wassermengen, die für die Herstellung von Lebensmitteln, Kleidung, Energie und anderen Produkten benötigt werden. Rechnet man diesen indirekten Verbrauch hinzu, steigt der tägliche Wasserfußabdruck eines Menschen in Deutschland auf etwa 4.000 bis 5.000 Liter Wasser pro Person“, erklärt Birgit Hummler den staunenden Gästen, die mithilfe eines Scanners an der nächsten interaktiven Station einzelne Lebensmittel scannen, um den Wasserverbrauch zu erfahren.

Mit Entsetzen stellen sie fest, dass eine Portion kalifornische Mandeln von 30 g etwa 350–400 Liter Wasser benötigt, eine einzelne Avocado (ca. 200–250 g) etwa 200–500 Liter Wasser sowie eine Jeans 7.000–8.000 Liter.

Ein weiterer Bereich widmet sich dem Thema Trinkwasser und zeigt, wie unterschiedlich Wasser sein kann, sowohl von der Herkunft, Zusammensetzung und Aufbereitung. Besonders spannend ist der Blick auf die teuersten Wasserarten der Welt – darunter auch Gletscherwasser.

Auch die Geschichte der Heilbronner Wasserversorgung findet ihren Platz: Vorgestellt wird unter anderem das Heilbronner Herrenbad von 1891/92, das einst eine wichtige Rolle für Hygiene, Gesundheit und die öffentliche Wasserversorgung spielte und dem in den Jahren 1901/02 ein eigenes Frauenbad folgte.

Den Abschluss der Ausstellung bildet der Bereich „So gut wie Wasser“. Hier sind die Besucherinnen und Besucher eingeladen, ihre eigenen Gedanken, Erfahrungen und Ideen rund um das Thema Wasser einzubringen. Was bedeutet Wasser für uns? Wo begegnet es uns im Alltag? Und wie können wir dazu beitragen, sorgsam mit dieser wertvollen Ressource umzugehen? So endet die Ausstellung nicht mit fertigen Antworten, sondern mit einer Einladung zum Weiterdenken und bewussten Handeln.

Ein passender Ausblick für Heilbronn, das im Jahr 2027 den Titel „Grüne Hauptstadt Europas“ tragen wird und damit den bewussten Umgang mit Natur und Ressourcen in den Mittelpunkt rückt.

Begleitet wird die Ausstellung von einem abwechslungsreichen Programm für Kinder, Familien und Erwachsene. Verschiedene Führungen, Workshops und Mitmachangebote laden dazu ein, sich auf ganz unterschiedliche Weise mit dem Thema Wasser auseinanderzusetzen. Dabei sind nicht nur die jüngeren Besucherinnen und Besucher zum Ausprobieren eingeladen – auch Erwachsene können selbst aktiv werden, Neues entdecken und die faszinierende Welt des Wassers mit allen Sinnen erleben. Gleichzeitig regt das Programm dazu an, den eigenen Umgang mit Wasser zu hinterfragen und bewusst zu machen, welchen Beitrag jeder Einzelne zum Schutz dieser wertvollen Ressource leisten kann.

Info:
https://www.museen.heilbronn.de

Neueste Beiträge

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner