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Koordination als Schnittstelle: Schul- und Kindergartenbegleitung beim ASB Region Heilbronn-Franken

Was macht ein Koordinator? Das fragten wir Dominik Gallert und Lene Reichert, die im Fachbereich Kinder-, Jugend- und Behindertenhilfe, kurz KiJuB, die Schulbegleitung für Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen koordinieren. Sie betreuen Familien, organisieren die Schulbegleitung und stimmen sich mit Kostenträgern ab – eine Schnittstellenfunktion, die fachliche Expertise und Organisationstalent vereint, denn sie müssen alle Rahmenbedingungen im Auge behalten.

Die Kindergarten- und Schulbegleitung zählt rechtlich zur Eingliederungshilfe und zur Jugendhilfe. Das heißt, dass staatliche Leistungsträger mit dem ASB als Leistungserbringer zusammenarbeiten. Lene Reichert und Dominik Gallert sind zwei der Personen, die dafür sorgen, dass Kindern mit seelischen, geistigen und/oder körperlichen Beeinträchtigungen eine Teilhabe am Bildungsalltag ermöglicht wird. 

Organisation und Abläufe

15 Koordinatoren betreuen beim ASB Region Heilbronn-Franken rund 500 Fälle. Häufig entstehe der Bedarf an Schulbegleitung in den ersten Schuljahren, sagen Lene Reichert und Dominik Gallert. Bei ihnen treffen dann Anfragen von Eltern ein, aber auch von Schulen. Um darauf reagieren zu können, führen Reichert und Gallert viele Vorstellungsgespräche und bauen so eine Gruppe geprüfter Bewerber:innen auf, aus der sie je nach Bedarf die passende Schulbegleitung zuordnen können. Passen Verfügbarkeit und Bedarf zusammen, wird ein Kennenlerngespräch zwischen Familie und Schulbegleiter:in vereinbart. Ob pädagogisch vorgebildet oder Quereinstieg: Die Motivation, einer sinnstiftenden Tätigkeit nachzugehen, sei ausschlaggebend, sagt Dominik Gallert. Die Nachfrage ist groß und in Hochzeiten kommen bisweilen um die 100 Neuanfragen zusammen. Los geht´s ab April, wenn der Bedarf für das kommende Schuljahr feststeht. 

Klare Abläufe sichern die Qualität. Deshalb sind Kennenlerngespräche zwischen Schulbegleitung und Familie sowie Hospitationen in der Schule verpflichtend. Auf dieser Grundlage finden zweimal im Jahr Hilfeplangespräche mit Jugendamt, Schule, Koordination, Familie und Schulbegleitung statt. Dabei wird die Unterstützung überprüft und gemeinsame Ziele festgelegt, die den Rahmen der Hilfe bestimmen.

Fachliche Begleitung

„Fortbildungen gehören für unsere Schulbegleiterinnen  und Schulbeglieter fest dazu. Die Seminare nehmen Themen ins Visier wie Pausenbegleitung, Aufsichtspflicht und Zusammenarbeit mit Lehrkräften“, erklärt Lene Reichert. „Sie lernen so, wie sie Kinder, etwa aus dem Autismus-Spektrum, bestmöglich unterstützen. Natürlich könnten Beeinträchtigungen nicht ‚wegtrainiert‘werden,“ so Reichert. „Klare Strukturen, Routinen und individuelle Absprachen helfen dabei, Kindern den Schulalltag zu erleichtern und nach und nach für sich selbst einzustehen.“ Das Management der richtigen Fortbildungen je nach Wissensstand gehört beim ASB selbstverständlich dazu, betonen beide. Ob bei inhaltlichen Fragen, in Krisen-

situationen oder in persönlichen Feedback-Gesprächen: Der Draht zu den Schulbegleiter:innen ist für Reichert und Gallert genauso wichtig wie der zu den Familien.

„Stolz war ich“, sagt Lene Reichert, „auf einen Jugendlichen beim Kennenlerntermin. Der Schüler, ein Achtklässler, konnte ganz klar sagen, wo er Unterstützung benötigt und wo er eigenständig sein kann.“ Daran zeige sich, wie wichtig es sei, Kinder mit in Entscheidungen einzubeziehen und wie wichtig der direkte Austausch ist, um gemeinsam die passende Unterstützung zu entwickeln. Das ist motivierend und genau deshalb, meinen beide abschließend, liegen ihnen die Familienbesuche auch so am Herzen. 

INFO:

Kinder-, Jugend- & Behindertenhilfe 

kijub@asb-heilbronn.de

Tel.: 07131 9739 – 4100 

https://www.asb-heilbronn.de/de-de/leistungen/kinder-jugend-behindertenhilfe

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