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Zappelphilipp:ina? Echt alles AD(H)S – oder was?

Grundschule Musterhausen – Halbjahresinformation 2025/2026: „Leicht ablenkbar.“ „Unruhig im Unterricht.“ „Kann sich nur kurz konzentrieren.“ Kommt euch das bekannt vor? Standardsätze aus deutschen Zeugnissen – und relativ schnell steht ein Begriff im Raum: AD(H)S.

Manchmal passt das auch. Aber nicht jedes unruhige oder unkonzentrierte Kind hat automatisch eine klassische Aufmerksamkeitsstörung. Nur etwa 5 % der untersuchten Kinder erfüllen tatsächlich die Kriterien für ADHS.

Doch ähnliche Symptome können auch andere Ursachen haben – und nicht jedes unruhige oder unkonzentrierte Verhalten lässt sich eindeutig zuordnen. Was steckt also im Einzelfall wirklich dahinter?

Das wäre schön zu wissen. Doch die eigentlich interessantere Frage ist: Was braucht das Nervensystem dieses Kindes gerade – und hat es überhaupt die Chance, das auch zu bekommen?

Konzentration ist keine reine Willensleistung. Sie entsteht, wenn das Nervensystem stabil genug ist, um Reize zu filtern und zu verarbeiten. Und genau hier lohnt sich ein Blick auf einen Bereich, den kaum jemand auf dem Schirm hat: den Mund.

Der Mundraum ist eng mit Atmung, Haltung und dem Nervensystem verbunden. Was hier nicht optimal funktioniert, kann sich auf viele andere Bereiche auswirken – zum Beispiel auch auf die Aufmerksamkeit.

Viele Kinder atmen tagsüber oder nachts überwiegend durch den Mund. Dadurch verändert sich die Zungenlage. Sie liegt nicht stabil am Gaumen, der Kiefer bekommt weniger Führung. Der Körper reagiert auf solche Veränderungen. Häufig entsteht eine unterschwellige Aktivität im System – als würde ständig nachjustiert werden.

Und genau das zeigt sich dann im Alltag: mehr Bewegung, weniger Ruhe und ein schnelleres „Abdriften“ der Aufmerksamkeit. Nachts zeigt sich oft das gleiche Muster: unruhiger Schlaf, viel Bewegung oder Zähneknirschen. Das Nervensystem kommt nicht richtig in die Regeneration und startet am nächsten Tag bereits mit einem deutlichen Defizit.

Wenn diese Basis fehlt, wird Konzentration anstrengend. Nicht, weil das Kind nicht will, sondern weil die Voraussetzungen weit entfernt von optimal sind.

Das bedeutet nicht, dass ADHS nicht existiert. Es bedeutet jedoch, dass es sich lohnt, genauer hinzuschauen. Es braucht nicht mehr Disziplin, sondern ein Nervensystem, das überhaupt erst in der Lage ist, zur Ruhe zu kommen.

Auch – oder gerade – wenn bereits eine ADHS-Diagnose vorliegt, lohnt sich der Blick auf die Grundlagen. Wenn Atmung, Zungenlage und Kieferfunktion gut zusammenspielen, kann das Nervensystem stabiler arbeiten.

„Und wenn die Basis stimmt, passiert oft mehr, als man erwarten würde: Kinder wirken ruhiger, finden leichter in den Schlaf – und können ihre Aufmerksamkeit besser halten.“

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