Pflegehelden stärken Kompetenzin der häuslichen Demenzbetreuung

Früher oder später kommt es auf viele von uns zu: Unsere Eltern können nicht mehr allein für sich sorgen und sind im Alltag zunehmend auf Unterstützung angewiesen. In dieser oft herausfordernden Lebensphase bietet die häusliche Betreuung eine wichtige Möglichkeit, vertraute Strukturen zu erhalten und den Verbleib im eigenen Zuhause zu ermöglichen.

Genau hier setzen die Pflegehelden unter der Leitung von Heike Farkas an, die die Regionen Heilbronn, Neckar-Odenwald-Kreis, Ludwigsburg sowie Westpfalz-Saar betreut. Gemeinsam mit ihrem engagierten Team vermittelt sie Betreuungskräfte für die häusliche Versorgung und begleitet Familien auf dem gesamten Weg der Organisation. Die Idee entstand aus persönlichen Erfahrungen in der Familie – mit dem Ziel, Seniorinnen und Senioren ein würdevolles und möglichst selbstbestimmtes Leben zuhause zu ermöglichen.

Im Mittelpunkt stehen sowohl die Betreuung als auch die Entlastung der Angehörigen. Heike Farkas legt großen Wert darauf, Familien zu unterstützen und wieder mehr gemeinsame Zeit zu ermöglichen. Persönliche Ansprechpartner, Hausbesuche und individuelle Begleitung schaffen dabei Vertrauen und erleichtern die häusliche Betreuung.

Eine zunehmend wichtige Rolle spielt in diesem Zusammenhang das Thema Demenz. Wenn Erinnerungen verblassen und alltägliche Abläufe schwieriger werden, verändert sich das Leben nicht nur für die Betroffenen, sondern auch für ihre Angehörigen grundlegend. In dieser Situation wird eine einfühlsame, stabile und verlässliche Betreuung umso wichtiger, um Sicherheit, Orientierung und Lebensqualität im Alltag zu erhalten.

„Aufgrund des steigenden Alters der Seniorinnen und Senioren ist eine Zunahme von Demenzerkrankungen zu verzeichnen. Speziell dafür gibt es bei uns Betreuungskräfte, die im Umgang mit an Demenz erkrankten Menschen geschult sind“, erklärt Heike Farkas. Der Alltag sei dabei häufig geprägt von Stimmungsschwankungen, Orientierungslosigkeit oder veränderten Gewohnheiten.

In der Demenzweiterbildung werde mit sogenannten Demenzsimulatoren gearbeitet. „Die Teilnehmenden tragen zum Beispiel Brillen mit eingeschränkter Sicht oder dicke Handschuhe, die die Feinmotorik erschweren. Dann müssen sie alltägliche Aufgaben erledigen – etwa Tee einschenken oder eine Tür öffnen. So wird schnell deutlich, wie herausfordernd selbst einfache Handlungen sein können, wenn Wahrnehmung und Orientierung eingeschränkt sind. Es geht dabei nicht um ein Nachspielen von Demenz, sondern um echtes Verstehen. Wer das selbst erlebt hat, begegnet Betroffenen meist mit mehr Geduld und Empathie“, so Heike Farkas, der die Aufklärung über Demenz besonders am Herzen liegt.

Sie verweist zudem auf zahlreiche regionale Angebote und Informationsmöglichkeiten. Am 20. Juni 2026 findet im Klinikum am Weissenhof in Weinsberg ein Fachtag Demenz statt, der sich an Fachkräfte, Ehrenamtliche und Angehörige richtet. Außerdem ist sie auf das Netzwerk Demenz Heilbronn aufmerksam geworden, das die Versorgung, Beratung und gesellschaftliche Teilhabe von Menschen mit Demenz im Stadt- und Landkreis Heilbronn verbessern und stärker vernetzen möchte. Im Mittelpunkt steht dabei auch, Demenz in der Gesellschaft sichtbarer zu machen und Vorurteile abzubauen.

„So wird es am 11. Juli von 10 bis 15 Uhr auf dem Hörnle in Brackenheim die Veranstaltung ‚Komm in den Wald – Märchen und Demenz‘ geben, um über Märchen neue Zugänge zu Erinnerungen, Emotionen und Begegnung zu eröffnen“, weiß die Geschäftsführerin.

Ebenso hebt sie den Wegweiser für Seniorinnen, Senioren und Angehörige „Gut leben im Alter – aktiv und informativ“ der Stadt Heilbronn hervor. Dieser zeigt, wie vielfältig das Leben im Alter gestaltet werden kann – mit Angeboten zu Freizeit, Bildung, Bewegung, Ehrenamt und sozialer Teilhabe.

„Älterwerden und Demenz gehören heute für viele Familien zur Lebensrealität – umso wichtiger ist es, frühzeitig Strukturen zu schaffen, die Unterstützung geben, entlasten und ein würdevolles Leben im eigenen Zuhause ermöglichen“, betont Heike Farkas abschließend.

Infos: Tel.: 07264 / 9591610

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