Ein seltsames Geräusch auf dem Schulweg – und plötzlich ist nichts mehr wie zuvor: Als die kleine Lizzi einen kaputten Roboter entdeckt, ist das der Beginn einer außergewöhnlichen Freundschaft. Mit „Meine Freundin Roxy“ hat die experimenta eine liebevolle wie lehrreiche Geschichte rund um Mut, Vertrauen und Technik auf die Kuppel im Science Dome gebracht.
Der Film basiert auf dem Buch von Kenza Ait Si Abbou und ist in Zusammenarbeit mit ihr entstanden. Philipp Koblmiller, Leiter des Teams Fulldome- und Medienproduktion der experimenta, spricht im Interview über die Arbeit am Film – und verrät, wo sich kleine Ostereier verstecken.
Philipp, zwei Jahre hat das Fulldome-Team der experimenta an „Meine Freundin Roxy“ gearbeitet. Wie ist es denn für dich, den fertigen Film zu sehen?
Das ist ein tolles Gefühl und es schwingt auch ein gewisser Stolz darüber mit, was wir als Team geschaffen haben. Bei einer Filmproduktion ist es wie mit einem Kind: Man ist dabei, wenn es aufwächst, deswegen ist der fertige Film keine Überraschung mehr. Doch als wir ihn bei der Premiere das erste Mal einem größeren Publikum präsentiert haben, war es schon nochmal etwas Besonderes. Da wird einem bewusst, dass sich die viele Arbeit gelohnt hat.
Der Film ist eine Eigenproduktion der experimenta. Was waren die Hauptaufgaben deines Teams?
Neben der eigentlichen Adaption der Geschichte als Drehbuch haben wir vor allem die Welt aus dem Buch zum Leben erweckt. Das heißt, wir haben die 3D-Charaktere gebaut und animiert. Auch die Locations, an denen der Film spielt, wie die Schule oder das Haus der Oma, haben wir entwickelt – alles in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Meike Töpperwien.
Das Besondere bei „Roxy“ sind die zwei Erzählebenen.
Es gibt einmal die eigentliche Filmhandlung rund um Lizzi und Roxy und dazwischen werden Zwischensequenzen eingestreut, die wir „Infowelten“ nennen. Darin wird zum Beispiel erklärt, was ein Roboter oder was KI ist. Auch die haben wir entworfen. Hinzu kamen der Schnitt und das Compositing, also der Feinschliff, bei dem alles zusammengefügt wird.
„Meine Freundin Roxy“ läuft als Fulldome-Produktion auf 360-Grad-Leinwänden. Was ist dabei besonders zu beachten?
Jemand, der Filme konzipiert und erstellt, ist gewohnt, nur den rechteckigen Ausschnitt zur Verfügung zu haben. Entsprechend hoch sind die Anforderungen. Bei einer Fulldome-Produktion muss man sich erst wieder bewusst machen, dass viele filmische Einschränkungen wegfallen. Fulldome eröffnet dir neue gestalterische Möglichkeiten, die du aber bei der Konzeption berücksichtigen musst. Du hast viel mehr Raum zu füllen, denn schaut das Publikum nach oben oder rechts, muss es dort auch etwas entdecken können.
Ihr habt im Film einige Anspielungen auf die experimenta eingebaut. Verrätst du uns ein paar?
In der Anfangsszene wird experimenta-Kennern bestimmt im Hintergrund unser Gebäude auffallen. Wer genau hinschaut, erkennt außerdem, dass wir unser Logo auf Omas Laptop geschmuggelt haben. Und in Lizzis Klassenzimmer hängt ein Poster, auf dem die Schulklasse abgebildet ist – da steckt unser Fulldome-Team mit drin. Das sind natürlich stilisierte Darstellungen, aber wenn man es weiß, erkennt man uns. Im Filmjargon nennt man diese versteckten Hinweise „Easter Eggs“, also Ostereier.
Der Film läuft seit März regelmäßig in der experimenta. Doch das Projekt „Roxy“ ist damit für euch noch längst nicht abgeschlossen …
Damit „Meine Freundin Roxy“ auch in anderen Häusern und Planetarien gezeigt werden kann, soll der Film in einen Verleihkatalog kommen. Da sind wir gerade mit einem Verleiher, der auf Fulldome-Filme spezialisiert ist, an der Abwicklung dran. Außerdem arbeiten wir an der englischen Version des Films. Dafür müssen wir nicht nur das Drehbuch übersetzen, sondern den Text so adaptieren, dass er zu den Mundbewegungen der Figuren passt. Dann geht es noch unter anderem an die Aufnahmen mit englischen Synchronsprechern und die Übersetzung der Textelemente im Bild. Es wartet also noch einiges an Arbeit auf uns.


