Wer stand noch nie vor einem leeren Blatt Papier? Ein neues Projekt, ein Aufsatz, ein Neuanfang. Dabei kommen unterschiedliche Gefühle zusammen: die Vorfreude auf etwas Neues, aber auch dieses Gefühl, von den vielen Möglichkeiten erst einmal erschlagen zu sein.
Bei Kindern ist das nicht anders. Besonders dann, wenn ein Termin dahintersteht und am Ende etwas fertig sein oder gezeigt werden soll. Freie Wahl klingt schön – ist aber manchmal gar nicht so einfach. „Was soll ich machen?“ ist dann oft der erste Satz.
Kreativität ist bei Kindern ein echter Schatz. Einer, der mit der Zeit leicht tiefer vergraben wird – durch Alltag, Routinen und digitalen Konsum.
Bei Algorithmics möchten wir genau deshalb Raum für kreative Arbeit schaffen. Wir besprechen Ideen, tauschen uns in der Gruppe aus, lassen uns voneinander inspirieren und üben, eigene Gedanken weiterzuentwickeln. Eine Idee verändert sich, wird verworfen, wieder aufgegriffen oder nimmt plötzlich eine ganz andere Richtung. Diese Momente mag ich besonders.
Kreativität wird bei Kindern oft mit Malen, Musik oder Basteln verbunden. Dabei steckt sie genauso im Programmieren. Wer ein Spiel entwickelt, muss sich eine Welt vorstellen, die es noch nicht gibt. Eine Figur braucht eine Aufgabe. Eine Geschichte braucht Entscheidungen. Und wenn eine Idee technisch nicht funktioniert, muss eine andere Lösung her.
Für mich gehört Kreativität deshalb genauso zur digitalen Bildung wie logisches Denken. Das erleben wir bei Algorithmics Heilbronn in ganz unterschiedlichen Kursen. In Coding Knight und Visual Programming entstehen die ersten eigenen Animationen und Spiele. In Unity werden aus Ideen spielbare Projekte.
Vielleicht unterschätzen wir diesen Teil digitaler Bildung noch immer. KI kann heute in Sekunden Bilder erzeugen, Texte schreiben oder Code vorschlagen. Dadurch wird eine andere Fähigkeit umso wichtiger: überhaupt eine eigene Idee zu haben.
Dafür brauchen Kinder Raum. Raum für ungewöhnliche Gedanken, für Dinge, die erst einmal keinen Sinn ergeben, und für Projekte, die am Ende ganz anders aussehen als ursprünglich geplant.
Auch wir haben unsere eigene Kreativität auf die Probe gestellt. Unsere Kurse entwickeln sich weiter. Neue Gruppen sind zum Schuljahresbeginn gestartet, Minecraft ist neu dazugekommen und in den kommenden Monaten möchten wir noch stärker dort ansetzen, wo Programmierung, Gestaltung und neue Technologien zusammenkommen. Denn am Ende interessiert mich weniger, ob ein Kind jede Funktion eines Programms kennt. Mich interessiert, was es damit machen möchte. Bühne frei für Kreativität!
Ein Beitrag von Anamaria Cotoara
Gründerin Algorithmics Heilbronn
heilbronn@alg.academy
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Tel.: 07132/ 85 79 519

