Die Frießinger Mühle verbindet Tradition mit Zukunft

Die Frießinger Mühle verbindet Tradition mit Zukunft

Die Frießinger Mühle blickt auf eine noch viel längere Geschichte zurück als der Zappelino. Immerhin führt heute Willi Frießinger das erfolgreiche und traditionsbewusste Familienunternehmen in 5. Generation. Seine Kinder, Willi Erich und Lisa Frießinger, sind in die Geschäftsführung eingestiegen und werden die Familiengeschichte in 6. Generation weiterführen.

Können Sie uns kurz erzählen, wie alles begann und welche Meilensteine die Entwicklung der Mühle geprägt haben?

Begonnen hat alles mit einer kleinen Mühle in Kirchberg an der Murr im Jahre 1859 durch Johann Jakob Frießinger. Als 1987 die Mühle dort abbrannte und man keine Genehmigung für einen größeren Neubau erhielt, kaufte man in Bad Wimpfen am Neckar ein frei gewordenes Silogebäude, baute eine Mühle ein und zog mit Kind und Kegel und einer Handvoll Mitarbeitern nach Bad Wimpfen um.

Wie hat sich die Mühle im Laufe der Jahre verändert – sowohl technisch als auch inhaltlich?

Mit einer Mühle von circa 150 Tonnen Tageskapazität an Getreide startete man im Jahre 1988. Aufgrund der Neuinstallation der kompletten Mühlentechnik im Innern war die Mühle auf dem neuesten Stand.

Mittlerweile sind daraus 3 Mühlen in verschiedenen Gebäuden am Standort Bad Wimpfen geworden, und man zählt mit einer Vermahlung von mehr als 1.000 Tonnen Getreide am Tag zu den größten Mühlenstandorten in Europa.

Welche Rolle spielt der Standort Bad Wimpfen für die Identität und Arbeit der Frießinger Mühle?

Der Standort Bad Wimpfen hat sich zu einem Idealfall entpuppt. Wasserstraße, Zuganbindung, Autobahnnähe … all das war vorhanden! Auch die Familien Frießinger zogen Mitte der Neunzigerjahre in ihre neuen Wohngebäude gegenüber der Mühle am Standort ein und man brachte sich zudem ins örtliche Gemeindeleben durch Mitgliedschaft zum Beispiel im Karnevals- oder Gewerbeverein ein.

Wofür steht die Frießinger Mühle heute – was macht Ihr Unternehmen aus Ihrer Sicht besonders?

Die Frießinger Mühle hat sich in den letzten Jahren von der klassischen Mühle zum modernen Nährmittelproduzenten entwickelt. Mehl, Grieß, Stärke, Backmischungen und Pizzamehle werden in nahezu allen Abpackungsgrößen hergestellt.

Des Weiteren sind Führungskräfte aus nahezu allen Bereichen der Mühle schon seit Jahrzehnten dabei und sorgen für Verlässlichkeit und Know-how im Betrieb. Das wird seitens Kunden und Lieferanten sehr geschätzt.

Welche Bedeutung haben Regionalität, Nachhaltigkeit und Qualität in Ihrer täglichen Arbeit?

Regionalität spielt im Getreideeinkauf und hier insbesondere bei den hochwertigen A- und E-Weizensorten und beim Getreide Dinkel eine große Rolle. Im Verkauf sind wir dann überregional, genau genommen national und europaweit tätig. Der Export macht immerhin schon mehr als 30 % aus.

Qualität spielt auch im Verkauf eine große Rolle. So stellen wir mit dem hier in unserer Region wachsenden proteinstarken Qualitätsweizen proteinstarke Pizzamehle her, die ihresgleichen suchen und den italienischen Pizzamehlen in nichts nachstehen.

Was ist Ihnen im Umgang mit Partnern, Kundinnen und Kunden besonders wichtig?

Wie schon zuvor angedeutet, sind uns hier Beständigkeit und Verlässlichkeit wichtig. Nur gemeinsam, und wenn wir alle an einem Strang ziehen, können wir erfolgreich sein.

Ihr Motto lautet: Geht nicht, gibt’s nicht. Gelingt das immer?

Naja, immer geht es nicht – aber fast immer. Kundenwünsche werden auf ihre Machbarkeit geprüft. So entstanden viele Mehl- und Backmischungen, die wir mittlerweile schon Jahrzehnte an die gleichen Kunden liefern.

Welche besonderen Herausforderungen oder Wendepunkte gab es in den letzten Jahren?

Herausforderungen gab es immer in den knapp 40 Jahren, seit man hier am Standort mahlt. So gab es auch hier einen größeren Brand, es gab Hochwasser, es gab gute Ernten, es gab schlechte Ernten.

Als Lebensmittelproduzent gehört man zudem zur kritischen Infrastruktur, und es waren wilde Zeiten für Mitarbeiter und für das Produkt Mehl in den Corona-Jahren 2020–2022 und in den ersten Monaten des Ukraine-Kriegs.

Welche Werte oder Traditionen aus der Anfangszeit sind bis heute erhalten geblieben?

Die Firma Frießinger ist nach wie vor ein klassischer Familienbetrieb. Soziales Engagement innerhalb und außerhalb der Mühle spielten und spielen immer eine große Rolle. So gibt es für die Mitarbeiter ein kostenfreies Sportangebot, Mittagstisch und als Dankeschön ein großes Sommerfest auf dem Gelände für alle Mitarbeiter mit deren Familien.

Die Frießinger Mühle ist von Anfang an Teil von Zappelino. Was schätzen Sie besonders an der Partnerschaft mit Zappelino über all die Jahre hinweg?

Wir schätzen an der Partnerschaft vor allem das gegenseitige Vertrauen und die gemeinsame Verbundenheit zur Region.

Welche gemeinsamen Werte oder Philosophien verbinden Zappelino und die Frießinger Mühle?

Regionalität, Familienverbundenheit, Verantwortung, langfristiges Denken, Qualität, Transparenz. Die Nähe zu den Menschen und das Engagement für die Region entsprechen auch unserer Unternehmensphilosophie.

Warum ist es Ihnen wichtig, in einer regionalen Zeitung wie dem Zappelino vertreten zu sein?

Für uns, als regional verwurzelter Familienbetrieb, ist die Präsenz in einer regionalen Zeitung von großer Bedeutung. Zappelino erreicht Familien aus unserer Region – genau die Menschen, mit denen auch wir uns verbunden fühlen.

Als regionaler Arbeitgeber und Hersteller möchten wir uns präsentieren und Einblicke in unsere Arbeit geben. Daher freuen wir uns, Teil des Magazins zu sein, das Menschen in unserer Region informiert, verbindet und begleitet.

Herzlichen Dank an dieser Stelle für das Interview und selbstverständlich für die langjährige und durchweg positive Zusammenarbeit!

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